Deutsch

Vereine und Verbände

Das gesellschaftliche Leben in Ísafjörður um 1900 war äußerst lebendig. Alle möglichen Vereine schossen wie Pilze aus dem Boden. Der Guttempler-Orden zum Beispiel war der erste soziale Verband, dem sich jeder, ungeachtet von Status und Geschlecht, anschließen konnte. Viele machten hier ihre ersten Erfahrungen mit einer Vereinstätigkeit, die ihnen später auch in anderen Organisationen nützten, wie beispielsweise in der Gewerkschaftsbewegung. Die Guttempler hatten auch Sinn für Musik und Theater.

 

Der Handwerksverband Ísafjörður wurde 1888 gegründet mit dem Ziel, für die Interessen ihrer Mitglieder einzutreten und ihre Bildung zu fördern. Er initiierte eine Krankengeldkasse und eine Lesestube sowie die Handwerkerschule in Ísafjörður. Nachdem eine erste Gewerkschaft von 1906 nicht lange Bestand gehabt hatte, gründeten 1916 Arbeiter und Seeleute Gewerkschaften, die sich in Ísafjörður etablieren und in Zusammenarbeit mit den Handwerkern und Guttemplern unter sozialdemokratischer Führung auch Einfluss auf die Gemeindepolitik nehmen konnten.

 

Der Frauenverein Ósk wurde 1907 von wohltätigen Damen des Bürgertums mit Camilla Torfason an der Spitze ins Leben gerufen. Auf ihren Zusammenkünften diskutierten sie Frauenrechte, aber im Mittelpunkt ihrer Aktivitäten standen gute Taten. Der Verein stand auch hinter der Gründung der Hauswirtschaftsschule 1912. Die Not der älteren Menschen in Ísafjörður gab 1910 den Ausschlag zur Gründung des Frauenvereins Hlífar. Schon drei Jahre zuvor hatten seine Mitglieder begonnen, jedes Jahr ein Fest für die Senioren der Stadt mit Unterhaltungsprogramm und Bewirtung auszurichten. Außerdem kümmerten sie sich um kulturelle und soziale Belange.

Myndir með Ítarefni