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Segelschiffe

Jahrhundertelang mussten die Isländer zusehen, wie ausländische Segelschiffe in den isländischen Gewässern fischten. Erst im 19. Jahrhundert konnten auch sie allmählich von Ruderbooten auf Segelschiffe umsteigen, wobei die Westfjorde eine führende Rolle einnahmen. Die meisten Reeder waren Kaufleute, die durch Im- und Export und Salzfischverarbeitung über genügend finanzielle Mittel verfügten.

Mit den Segelschiffen betrieb man Leinenfischerei und fing sowohl Hai als auch Dorsch. Eine Fangfahrt konnte mehrere Wochen dauern, wobei die Bedingungen für die Seeleute weitaus besser als auf den Ruderbooten waren. Zur Besatzung gehörten zwölf bis dreißig Mann. Der Dorsch wurde an Bord filetiert und gesalzen. Die Fangperiode dauerte von März bis Oktober. Der Fortschritt in der Fischerei schuf Vermögen in Island und die Voraussetzung für die Bildung von Siedlungskernen an den Fischereistandorten. 

 

Zusatzinfo

Die Segelschiffe, der Handel und die Salzfischverarbeitung veränderten das Wirtschaftsleben in Island. Die Fischerei wurde ein eigenständiger Erwerbszweig in Verbindung mit dem Handel. Im Fischfang und in der Fischverarbeitung entstand ein freier Arbeitsmarkt, der eine Alternative bot zur Knechtschaft in der Landwirtschaft. An der Küste entstanden kleine Ortschaften, in denen sich Arbeiter und Seeleute niederließen und bei Kaufleuten und Reedern ihr Auskommen fanden. Allmählich kristallisierte sich so eine städtische Gesellschaft mit neuen Klassenunterschieden heraus. 

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