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Schiffsverkehr

Für die Bewohner der Westfjorde führte die wichtigste Verbindung zur Außenwelt, ob zu den Nachbarfjorden oder ins Ausland, über das Meer. Auch für den Transport innerhalb des Landesteils wurden Boote benutzt. Die Bauern ruderten mit ihrem Fisch von den Fischereistationen zurück zum Hof oder nach Ísafjörður, wo sie ihn gegen die Dinge ihres täglichen Bedarfs eintauschten. Das Boot war das beste und bequemste Transportmittel.

Der Warentransport von und nach Island war früher Sache ausländischer Kaufleute, doch mit den ersten eigenen Segelschiffen im 19. Jahrhundert nahmen die Isländer die Geschäfte selbst in die Hand. Ásgeir G. Ásgeirsson, der Besitzer des Handelsgeschäfts Ásgeirsverslun in Ísafjörður, kaufte 1893 das erste Dampfschiff, das von den Isländern zum Gütertransport eingesetzt wurde und zwischen Ísafjörður und ausländischen Häfen verkehrte. Zuvor hatte er bereits das kleinere Dampfschiff „Ásgeir litli“ angeschafft, das die Filialen am Ísafjarðardjúp belieferte und insgesamt dreißig Jahre lang regelmäßig im Djúp verkehrte. Dann übernahmen motorisierte Fähren den Linienverkehr auf dem Djúp, zu deren Betrieb eine Aktiengesellschaft gegründet worden war, bis der inzwischen gute Zustand der Straße die Fährverbindung überflüssig machte und sie im Jahr 2000 eingestellt wurde.

 

Zusatzinfo

In seinem Buch „Áraskip“ beschreibt Jóhann Bárðarson, dass die Leute von Bolungarvík am liebsten das Boot benutzten, um Dinge wie Kohle, Salz oder Köder aus Ísafjörður zu besorgen. Sie ruderten frühmorgens los und kehrten vor Einbruch der Dunkelheit zurück. Bei günstigem Wetter benötigte man für die einfache Strecke zwei Stunden. In Notsituationen war es auch in kürzerer Zeit zu schaffen. So ruderten im Herbst 1901 sechs eigens ausgewählte Männer mit einem schwerkranken Mädchen in nur 66 Minuten nach Ísafjörður ins Krankenhaus, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 6,4 sm entspricht. Doch oft hatte man unterhalb des Felsenkliffs Óshlíð mit Windböen und rauher See zu kämpfen. Sowohl 1895 als auch im Januar 1905 kenterten dort Boote. 

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