Volks- und Mittelschulen
Die Kinder waren früher zu Hause unterrichtet worden, wie es auf dem Lande üblich war. Dann wurde 1874 in Ísafjörður die erste Volksschule gegründet und 1875 dafür ein Schulhaus an der Silfurgata errichtet. Laut den Statuten standen auf dem Lehrplan Religionslehre, Lesen, Schreiben, Rechnen, Rechtschreibung, Erdkunde, Geschichte und Turnen sowie je nach Möglichkeit Dänisch, Englisch, Zeichnen, Naturkunde und Singen. 1907 wurde die Schulpflicht für die Zehn- bis Vierzehnjährigen eingeführt. Der Schulbesuch war kostenlos. Die Gemeinden mussten in den Siedlungen Schulen einrichten beziehungsweise Hauslehrer aufs Land schicken.
1931 bekam Ísafjörður eine Mittelschule. 1946 verlängerte man die Schulpflicht auf acht Jahre und führte zwei Schulstufen ein, die Volksschule für Kinder von sieben bis zwölf Jahren und die Mittelschule für die Dreizehn- bis Sechzehnjährigen. 1974 wurden Volksschule und Mittelschule zur Grundschule vereinigt und die Schulpflicht auf neun beziehungsweise zehn Jahre verlängert, als das Schuleintrittsalter auf sechs Jahre heruntergesetzt wurde.
Zusatzinfo
Die Bezirksschulen auf dem Land hatten die Funktion von Realschulen. Die Bezirksschule in Núpur wurde 1907 von Pfarrer Sigtryggur Guðlaugsson als Heimvolkshochschule gegründet. 1929 wurde sie in eine Bezirksschule umgewandelt. Eine zweite Bezirksschule entstand 1937 in Reykjanes am Ísafjarðardjúp. Beide Schulen waren Internate für Jugendliche aus den nördlichen und südlichen Westfjorden und anderen Landesteilen.
1960 besuchten nur neun Prozent jeden Jahrgangs ein Gymnasium, doch stieg dieser Anteil mit der wachsenden Zahl an Gymnasien und weiterführenden Schulen. Heute gehen die meisten Jugendlichen im Anschluss an die zehnjährige Grundschule noch vier Jahre auf eine weiterführende Schule, und ein großer Teil jeden Jahrgangs nimmt ein Hochschulstudium auf.