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Die Zeit des dänischen Handelsmonopols

Der innere Teil des Skutulsfjörður ist einer der besten natürlichen Häfen Islands. Der in den Fjord hineinragende Sandhaken Eyri war deshalb wie geschaffen für die Errichtung eines Handelsstützpunktes. Als nach 1400 Trockenfisch und Tran die wichtigsten Exporterzeugnisse Islands wurden, lockte dies ausländische Kaufleute an. Der dänische König machte sich die Konkurrenz unter den Kaufleuten zunutze, indem er Handelslizenzen gegen Gebühr vergab. Doch ab 1602 durften Isländer nur noch mit dänischen Kaufleuten Handel treiben. Das dänische Handelsmonopol wurde erst 1787 wieder abgeschafft.

 

Das Handelsmonopol galt in den Westfjorden an den Handelsplätzen Reykjafjörður im Árnesbezirk, im späteren Isafjörður im Skutulsfjörður, in Þingeyri und in Patreksfjörður. Nur dort und nur mit dänischen Kaufleuten durfte Handel getrieben werden. In jener Zeit entstand in Ísafjörður der Handelsstützpunkt am Suðurtangi, der Spitze des Sandhakens Eyri, wo heute noch vier Holzhäuser aus den Jahren 1757 bis 1784 übrig sind, gleichzeitig das älteste Gebäudeensemble Islands. Nach der Abschaffung des Handelsmonopols 1787 wurden sechs Orte auf Island zu Handelsorten ernannt, darunter Ísafjörður.

 

Zusatzinfo

Nach Aufhebung des dänischen Handelsmonopols 1787 wurden sechs Orte im ganzen Land zu Handelsorten ernannt, in denen sich Kaufleute und Handwerker unbeschränkt niederlassen und ihren Geschäften nachgehen durften. Damit versuchte die dänische Regierung, Innovation und Entwicklung in der isländischen Gesellschaft voranzutreiben. Diese Handelsorte sollten Zentren des Handels, der Fischerei und des Handwerks werden. Einer davon war Ísafjörður.

 

Unterhalb des Pfarrsitzes Eyri im Skutulsfjörður wurde ein Grundstück für den zukünftigen Handelsort Ísafjörður vermessen. Gleich im Sommer 1788 kamen Kaufleute aus Bergen in Norwegen, die hier ihre Chance sahen und direkt unterhalb der Nebengebäude des Pfarrsitzes ein Geschäft gründeten. Das Haus des Geschäftsleiters von 1788 ist gut erhalten. Dort hieß es später Hæstikaupstaður (Höchster Handelsort), während die Gebäudegruppe aus der Zeit des Monopolhandels an der Spitze des Sandhakens Neðstikaupstaður (Niedrigster Handelsort), kurz Neðsti, genannt wurde. Die Häuser dort wurden an Kaufleute aus Altona in Holstein, das damals dänisch war, verkauft. Rasch gesellten sich Kaufleute aus Sönderborg in Dänemark hinzu, die ein Grundstück zwischen Neðsti und Hæsti zugewiesen bekamen, Miðkaupstaður (Mittlerer Handelsort). Mit dem Freihandel gab es jetzt in Ísafjörður Konkurrenz unter den Gewerbetreibenden, eine Situation, die in den knapp zweihundert Jahren des Monopolhandels unterdrückt worden war. 

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