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Walfang

Lange Zeit wurden in den Westfjorden Wale mit der Handharpune gejagt, besonders die Bewohner des Arnarfjörður waren dafür bekannt. Am Strand wurde der Wal zerlegt und zwischen der Besatzung, dem Besitzer des Bootes und dem Eigentümer des Strandabschnitts nach festen Regeln aufgeteilt, wie sie in den mittelalterlichen Gesetzestexten Grágás und Jónsbók überliefert sind. Nicht zuletzt gestrandete Wale haben hier viele Menschen vor dem Hungertod gerettet. Um 1900 betrieben die Norweger etliche Walfangstationen in Island.

 

Þorlákur Guðmundsson („Zwergwal-Láki“) aus Súðavík war 1914 einer der ersten, die Zwergwale mit der Harpunenkanone schossen, was er sich von den Norwegern im Álftafjörður abgeschaut haben dürfte. 1985 wurde der Walfang verboten, doch in den letzten Jahren wieder erlaubt.

 

Zusatzinfo:

Die Norweger waren Vorreiter bei der Entwicklung der Harpunenkanone für den Walfang. Nach 1883 errichteten sie sieben Walfangstationen in den Westfjorden, davon vier am Ísafjarðardjúp und die restlichen im Önundarfjörður, Dýrafjörður und Tálknafjörður. Jedes Frühjahr kamen die Norweger mit ihren Dampfschiffen nach Island, mit denen sie hier auf Walfang gingen. Sie brachten Holz für den Bau von Häusern und Landungsstegen mit sowie Maschinen und Geräte für die Verarbeitung der Wale. Außerdem heuerten sie Leute an und bezahlten sie mit Geld, was damals eine Neuheit war.

Gefangen wurden vor allem Blauwale und Finnwale, aber auch Pottwale. Das Fett wurde zu Tran verarbeitet, Fleisch und Knochen getrocknet und gemahlen. Die Barten wurden gereinigt und in europäischen Modehäusern zur Herstellung von  Krinolinenkleidern verwendet. Nach 1910 verlagerte sich der Walfang in die Ostfjorde. Viele Walfangstationen wurden demontiert und dort wieder aufgebaut. 

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