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Krabbenfang und Krabbenverarbeitung

Die Ursprünge des isländischen Krabbenfangs liegen am Ísafjarðardjúp und gehen auf die beiden Norweger Ole G. Syre und Símon Olsen in Ísafjörður zurück, die ihr Wissen über Krabbenfang aus ihrer Heimat, der Insel Karmöy an der Westküste Norwegens, mitgebracht hatten. Nachdem Syre und Olsen im Hestfjörður ergiebige Krabbengründe aufgetan hatten, belieferten sie die Krabbenfabrik in Ísafjörður. Diese hatte am 23. Juni 1936 in Neðstakaupstaður ihren Betrieb eröffnet. 50 Beschäftigte pulten die Krabben und kochten sie in Konservendosen ein. Nach kriegsbedingter Pause wurde die Krabbenverarbeitung nach 1945 wieder aufgenommen und intensiver denn je betrieben. 1970 war die Krabbenindustrie zu einem der Haupterwerbszweige in den Siedlungskernen am Ísafjarðardjúp geworden, wo es insgesamt sieben Krabbenverarbeitungsbetriebe gab. 1999 jedoch brachen die Krabbenbestände massiv ein und der Sektor verzeichnete große Einbußen. Heute existiert nur noch eine Krabbenfabrik in Ísafjörður, die sich hauptsächlich auf Bestände im offenen Meer stützt; in den Fjorden ist nur noch in begrenztem Umfang Krabbenfang erlaubt.

 

Zusatzinfo

1924 unternahmen Syre und Olsen im Ísafjarðardjúp die ersten erfolgreichen Versuche mit dem Krabbenschleppnetz. Doch damals gab es in Island noch keinen Markt für diese Neuheit. Erst 1935 begann der systematische Krabbenfang im Djúp. Símon Olsen und Ole G. Syre hatten sich ein neues Krabbenschleppnetz aus Norwegen besorgt und erzielten mit ihrem Boot „Karmöy“ gute Erträge.

 

Die Isländer reagierten höchst misstrauisch auf dieses Meerestier, das sie am ehesten an Riesen-Flohkrebse erinnerte. In Ísafjörður wurden die Leute über Anzeigen in der Zeitung „Skutull“ eingeladen, Garnelen im Schaufenster des Kaufmannsladens zu besichtigen und sie frisch zu kaufen: "Lasst euch nicht vom Aussehen des Getiers abschrecken, sondern nehmt euren Mut zusammen und probiert es," war zu lesen. Bei dieser Garnele (norddt. Krabbe) handelt es sich um die Eismeergarnele, die im deutschen Lebensmittelhandel auch unter der Bezeichnung Grönland-Shrimp geführt wird.

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